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. Erfahrungswissen für Senioren
OZ 03.02.05
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Senioren unterrichten an HMT

Ein besonderes Angebot für HMT-Studenten: „Figuren-Gespräche" mit Mitgliedern der Seniorenakademie erhellen Hintergründe zweier Opern-Libretti.

Rostock (OZ) „Ich möchte später einmal den `David´ aus Richard Wagners, Die Meistersinger von Nürnberg' singen." Für David Ameln (26), Gesangsstudent an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT), lag es nahe, an den „Figuren-Gesprächen" teilzunehmen. Diese beschäftigen sich mit den historischen Hintergründen rund um Stoff und Inhalt zweier Opern-Libretti. Neben den „Meistersingern" auch mit der „Margarete" von Charles Gounod.
Dieses Lehrangebot an der HMT ist ein ganz besonderes: Drei Mitglieder der Seniorenakademie an der Uni Rostock machten sich fit rund ums Mittelalter und geben ihr Wissen an die Studenten weiter. Die kommen freiwillig, auch ohne Aussicht auf einen Teilnahme-Schein. „Ich bin aus reiner Neugier dabei", erzählt Konstantina Stankow (27). Sie ist von dem Seminar genauso begeistert wie ihre Kommilitonen.
Und wie die Dozenten. „Das ist eine echte Herausforderung, und Spaß macht es auch", urteilt Günter Schultz (63). Der einstige Mathematiker an der Uni Rostock zeigt den HMT-Studenten auf, wie es um Wissenschaft, Technik und Kommunikation im Mittelalter bestellt war. Dr. Renate Billinger-Cromm vermittelt Wissenswertes aus Philosophie, Kunst und Lebensweise. Die 65-jährige Kultursoziologin ist Cheforganisatorin dieses EFI-Projektes. EFI steht für „Erfahrungswissen für Initiativen" - ein Modellprojekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Ziel: Ältere Menschen reichen ihren großen Erfahrungsschatz weiter, freiwillig und ehrenamtlich. Die Rostocker EFI-Agentur ist gemeinsam mit der HMT Träger der „Figuren-Gespräche", die außerdem vom Landes-Sozialministerium und vom HMT-Förderverein unterstützt werden.
„ Dreimal pro Woche ins Fitness-Studio zu gehen, reicht nicht aus. Man muss auch den Kopf trainieren", begründet Dr. Billinger-Cromm ihr Engagement. „Außerdem ist das Gefühl, gebraucht zu werden, für mich sehr wichtig." Auch die Studenten haben nur Komplimente: „Die Atmosphäre ist sehr locker. Hier kann man auch mal eine blöde Frage stellen", lobt Julia Stielow (28). „Kompakt und sehr anschaulich vermitteln uns die Dozenten ihr Wissen. Ich habe viel Zeit gespart", ergänzt Gesangsstudentin Antje Seele (26).
Die zwölf Gesprächsrunden finden im Frühjahr ihr Ende in einem Abschlusskolloquium. In einem sind sich Studenten und Dozenten aber bereits heute schon einig: Die Zeit war zu knapp. A. NEUTZLING






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